Wir hören nicht auf zu fragen, wo die Not am größten ist.
Weil wir im Glauben verankert sind, sind wir frei, dorthin zu gehen,
wo andere nicht hingehen können. An den Grenzen wächst
unsere Freundschaft und begegnen wir Jesus.
Unser neues Bimail öffnet Quellen der Lebenskraft,
der Heilung und gibt Orientierung.
Zur Inspiration bringen wir Euch jede Woche ein Wort aus der Bibel.
Die Botschaft des Bimails bekommt Ihr kostenlos. Unsere einzige Bitte ist,
dass Ihr Eure Freunde einladet, das Bimail zu bestellen.
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B I M A I L
BIBEL FÜR WAGEMUTIGE
von Ruth Zenkert
Nr. 270
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21. Mai 2009 |
Die Fähigkeit zur Freundschaft
Wann und wie erleben wir die Auferstehung? Jesus verschiebt die Antwort nicht auf den
jüngsten Tag, sondern färbt das Leben heute.
Jesus erwiderte Marta: Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Joh 11,25a
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Eine meiner Mitschülerinnen war der Star unserer Klasse. Sie war lebensfroh und bei jedem
Abenteuer dabei, hatte meist sehr gute Noten und war doch frech. Mit dem Religionslehrer stritt
sie am liebsten, geistreich bekämpfte sie Glauben und Kirche. Uns imponierten besonders ihre
Erfolge bei den Burschen, sie brach nicht wenige Herzen. Dann verlor ich sie für viele Jahre aus
den Augen; erst ihre Krebserkrankung führte uns wieder zusammen. Ihr Lebensweg war turbulent
verlaufen: Erfolge im Beruf und privat, dann Untreue, Scheidung, Patchworkfamilie und schließlich
die bedrohliche Krankheit, Operationen, Bestrahlung, Chemotherapie. In ihrer Angst suchte sie
mich auf, sie wollte über den Glauben reden. Ihr ganzes Leben sei schlecht gewesen, meinte sie;
wie sollte sie jetzt alles anders machen? Ihren Partner verlassen? Zur Familie zurückkehren? Das
ging nicht. Wir redeten über alles, doch die Verhältnisse waren unlösbar. Sie musste
weitermachen und Treue aufbringen in allen komplizierten und missglückten Beziehungen. Und
das in meiner ernsten gesundheitlichen Situation?, fragte sie. Jetzt musst du zu dir stehen,
deinem Beziehungsnetz treu bleiben, sagte ich. „Es ist, wie es ist“, sagt Erich Fried über die Liebe.
Weiterkämpfen, auch um die Gesundheit. Aus der Kameradschaft in der Schule wurde eine späte
tiefe Freundschaft, die die Jahrzehnte unserer Distanz übersprungen hat. Die Freundschaft konnte
die Todesangst entmachten.
In der biblischen Geschichte erwartet die fromme Marta am Grab ihres Bruders, dass er
auferstehen wird. Sie versteht, dass jetzt nichts zu machen ist, außer auf den Jüngsten Tag zu
warten. Dann werden die Toten auferstehen, so hofft sie. Diesen zeitlichen Aufschub korrigiert
Jesus, er betont die Gegenwart: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Er erlöst uns jetzt vom
Tod im Alltag. In diesem Augenblick will er unser Leben prägen und ihm Tiefendimensionen
verleihen. Er will das geben, was ein geglücktes Leben ausmacht. Jesus sagt nicht, dass es kein
Weltgericht oder keine Auferstehung am Letzten Tag geben wird, doch wichtig ist ihm, dass das
Leben heute schon eine bestimmte Qualität hat. Heute schon ist die Freundin da, die die Angst
nimmt. Ein Licht ist zu sehen, das gegen die Hoffnungslosigkeit leuchtet. Dieses Licht können alle
erkennen, unabhängig davon, ob sie gläubig sind oder nicht. Jesus leistet einen Beitrag zur Welt,
der weit über seine Anhänger hinausgeht.
Wenn ich ein Licht anzünde, wird es für alle hell. Meine Freundin konnte mit Kirche und Glauben
nichts anfangen. Sie fand keine einfache Lösung für ihre Beziehungen. Doch sie wurde ruhiger.
Durch die Freundschaft.
Auferstehung mit Jesus geschieht nicht erst am Jüngsten Tag, sondern färbt das Leben heute.
An welchen Leuten – inner- und außerhalb des Christentums – kannst du spüren, dass ihr
Handeln Auferstehung bewirkt? Wer ist ein Freund, eine Freundin? Wer hat Handschlagqualität,
unabhängig davon, wie der Wind weht?
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