
Moldawien ist ausgeschlossen. Rumänien musste die Grenzen in diesem Jahr schließen, als es in die Europäische Union aufgenommen wurde. Der Austausch mit den Nachbarn war lebensnotwendig. In Moldawien ist die Arbeitslosigkeit drückend. Viele Väter gingen auf Baustellen nach Russland, verzweifelte Mütter verließen ihre Familien, um anderswo Geld zu verdienen. Tausende Kinder bleiben verwaist zurück. Die Not ist in diesem Jahr noch größer geworden, da es kaum geregnet hat. Leute, die früher dank ihrer kleinen Gärten überlebten, hungern jetzt. Wo ist Hoffnung für dieses Land?
Mit Hilfe vieler Freunde haben wir die „Stadt der Kinder“ gebaut, ein kleines Paradies im ärmsten Land Europas. Dreihundert Kleine und Große finden hier ein Zuhause. Darunter ist der zwölfjährige Ion. Nachdem seine Eltern an Tuberkulose gestorben sind, musste er sein Dorf verlassen. Doch er kann die vierundneunzig Jahre alte Nachbarin nicht vergessen. Jeden Samstag geht er zurück ins Dorf, um ihr Holz und Wasser zu bringen. Die alte Frau heißt Nadejda, auf deutsch Hoffnung.
Ion hat die Jugendlichen von CONCORDIA angesteckt. Alle wollen jetzt hungrigen und einsamen Menschen helfen. Wir haben Fahrräder aus Österreich bekommen, mit denen sie eine warme Suppe schnell zu den alten Leuten bringen können. Sie kämpfen um die Fahrräder. Die Hoffnung wurde bei unseren Kindern zum Wettbewerb. Nadejda – Hoffnung – ist der Name des neuen Sozialzentrums im Dorf Pirita. Hier wird die Suppe gekocht und Familien in Not finden Hilfe.
Liebe Freunde, aus den Dörfern in Moldawien kommen laute Rufe nach Nadejda, nach Hoffnung. Gemeinden bieten uns Häuser an, um Suppenküchen einzurichten.
Bitte helft uns, die verfallenen Häuser aufzubauen!
Woche für Woche sehen wir, dass durch Eure Hilfe die Hoffnung zunimmt – wie die Lichter im Advent. Könnten wir doch mit jedem Licht ein neues Haus der Hoffnung eröffnen, von dem aus Jugendliche zu alten Menschen fahren! Der größte Wunsch der Kinder ist, zu helfen und Geschenke zu machen. Die Jungen geben die Gaben weiter, die wir von unseren Freunden empfangen.
So erfüllt sich unser Leitwort „Ich mache dich zum Segen für viele“.
Gestärkt durch unsere Kinder erbitte ich für Euch und für Eure Familien den Segen des Weihnachtsfestes. In großer Dankbarkeit,
Chişinau, im Advent 2007
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