„WIR WOLLEN ETWAS BEWEGEN UND INS ROLLEN BRINGEN“
(Treffen am 18. März 2009)
Zum ersten Mal nach dem großen Fest CONCORDIA72 treffen sich 58 engagierte junge und im Herzen junge Menschen in der Hochstettergasse. Nun wollen sie aktiv werden, helfen wo Hilfe dringend nötigt ist.
Mit ihrem Einsatz und ihrer Begeisterung Sozialinitiativen zu starten und zu begleiten, beginnt eine große neue Sozialbewegung in Österreich.
Zahlreiche Projekte werden vorgestellt, das Angebot ist vielfältig: Alten- und Kinderbetreuung, Arbeit mit Asylanten, Obdachlosen, Müttern in Not, Schubhäftlingen, Menschen mit besonderen Bedürfnissen...
Gespräche werden geführt, Kontakte geknüpft.
Einige junge Menschen finden sich spontan zu kleinen Gruppen zusammen, gemeinsam wollen sie sich für sozial Schwächere einsetzen - erste neue Sozialinitiativen entstehen. So wie eine rollende Kugel eine ruhende berührt und ins Rollen bringt, so wollen auch diese jungen Menschen andere motivieren, sozial aktiv zu werden.
Wir brauchen noch viele Helfer für all die Aufgaben, die auf uns warten.
Für all Deine Fragen wende Dich an:
Isabella Gallé, concordia72@gmail.com oder komm an einem Montag
zwischen 14 und 18 Uhr
im Concordia Büro – 1020 Wien, Hochstettergasse 6 vorbei.
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Lebendige Kirche beim Auftakt der Sozialaktion"Concordia 72"
Die Hoffnung auf eine "starke Erneuerung" betonte Kardinal Christoph Schönborn im Stephansdom beim Jugendgottesdienst zum Fest des Wiener Stadtpatrons Klemens Maria Hofbauer. Der Jugendgottesdienst war Startschuss der Jugend-Sozialaktion "Concordia 72", die von P. Georg Sporschill SJ initiiert worden ist. Die Grundintention von P. Sporschill: Junge Leute aus Österreich sollen eine positive Lebenseinstellung erhalten, zugleich sollen Jugendliche aus Ost und West zusammengeführt werden, um sich gemeinsam für Gerechtigkeit, Frieden, Solidarität einzusetzen. Für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes und für Stimmung bei der anschließenden Begegnung mit Kardinal Schönborn im Hof des Erzbischöflichen Palais sorgten 120 frühere rumänische Straßenkinder, die dank P. Sporschill zu musikalisch begabten "Hoffnungskindern" geworden sind.
"Die Ernste ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter", erinnerte Kardinal Schönborn îm Stephansdom an das Evangelium vom Tag. "Wenn nicht Menschen da sind, die Nächstenliebe praktizieren, kommt eine Hungerkatastrophe", sagte Kardinal Schönborn im überfüllten Stephansdom. Das gelte auch für die "seelische Hungersnot" in Österreich. Der Mailänder Alterzbischof, Kardinal Carlo Maria Martini, habe anwesend sein wollen, erinnerte der Wiener Erzbischof, sei aber durch Krankheit verhindert: "Wir beten für ihn, wir sind mit ihm verbunden". Kardinal Martini habe in seinem "Brief an die Jugend" gesagt, dass er jetzt die "letzte Meile" seines Lebens zu gehen habe, die "schwerer" sei als frühere. Zugleich erinnerte der Wiener Erzbischof an seinen Vorvorgänger, Kardinal Franz König, und an dessen 5. Todestag. Kardinal König sei jetzt ein "Fürsprecher im Himmel für die ganze Kirche".
Zum Auftakt der Messfeier hatte Kardinal Schönborn die "Concordia"-Jugendlichen aus Rumänien und Moldawien auch auf Rumänisch begrüßt.
"Religion war kein Thema"
Nach dem Gottesdienst im Stephansdom stellte sich Kardinal Christoph Schönborn den Fragen der Jugendlichen. Dabei sprach der Wiener Erzbischof freimütig über seine eigene Jugend und seinen persönlichen Weg zum Glauben. Gegenüber seinen eigenen Jugenderinnerungen sei die Kirche heute "viel offener und interessanter geworden", so der Kardinal. Früher habe es kaum ein Pfarrleben gegeben, auch sei Religion "bei uns zu Hause nie ein Thema gewesen", erinnerte sich der Kardinal. Erst durch seinen Religionslehrer habe er die Kirche "als geistiges Zuhause" entdeckt.
Die Fragen betrafen neben den "klassischen" Fragen nach dem Zölibat, der Haltung der Kirche zu vorehelichem Geschlechtsverkehr und der Rolle der Frauen in der Kirche auch die Bedeutung der Bibel und die Unterschiede zwischen den verschiedenen Konfessionen.
Positive Bilanz
P. Sporschill zog im "Kathpress"-Gespräch eine durchwegs positive Bilanz des Auftakts von "Concordia 72". Der Zuspruch der Jugendlichen - mehr als 1.000 folgten der Einladung in den Arkadenhof im Wiener Erzbischöflichen Palais - habe seine Hoffnungen und Erwartungen "bei weitem übertroffen", so P. Sporschill.
Zugleich sei damit auch das eigentliche Ziel des Projekts, nämlich zumindest 72 Jugendliche zu finden, die sich bereit erklären, selbst Sozialprojekte zu entwickeln oder sich in bestehenden Projekten zu engagieren, mehr als erfüllt worden. Es sei gelungen, den "Idealismus in den Herzen der österreichischen Jugendlichen zu wecken". Die Zahl 72 bezieht sich auf eine Stelle im Lukas-Evangelium, in der es heißt, dass Jesus 72 Jünger aussuchte und sie aussandte "in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte" (Lukas-Evangelium 10,1).
Für die 1.000 Jugendlichen gab es im Erzbischöflichen Palais ein buntes Bühnenprogramm mit Musik, Präsentationen von Sozialprojekten und Gesprächsrunden. Zehn bereits bestehende Projekte - unter anderem Projekte in Rumänien, Indien, aber auch soziale Projekte in Wien, etwa in Altenheimen - wurden vorgestellt.
Nun gelte es, das einmal angestoßene Interesse an sozialer Mitarbeit und Engagement in konkrete Projekte einfließen zu lassen, so P. Sporschill im Gespräch mit "Kathpress". Daher findet am Mittwoch, 18. März, im Wiener "Concordia"-Haus (Hochstettergasse 6, 1020 Wien) ab 18 Uhr ein Nachfolgetreffen für alle interessierten Jugendlichen statt, die an einem Projekt mitarbeiten oder selbst ein Projekt entwickeln wollen.
P. Sporschill möchte mit seiner neuen Aktion österreichischen Jugendlichen die Möglichkeit bieten, sich sinnvoll für eine bessere Welt und mehr Mitmenschlichkeit einzusetzen. Es sei tragisch, so der Jesuit, wenn Jugendliche in der Wohlstandsgesellschaft das Gefühl hätten, nicht gebraucht zu werden. Vandalismus oder Komatrinken seien deutliche Folgen dieser gesellschaftlichen Entwicklung. Er wolle mit seiner Jugendaktion ein Zeichen dagegen setzen, betont P. Sporschill. Vor kurzem hatte der Jesuit in Wien auch angekündigt, demnächst ein größeres Haus für Volontäre in Rumänien in Betrieb zu nehmen, sodass weit mehr als nur 30 junge Menschen gleichzeitig bei P. Sporschills Sozialprojekten mitarbeiten können.
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