© Concordia
 

DAS PROJEKT > Lebensbilder

pix-grau

 
DAS PROJEKT
Die Geschichte
Pater Georg Sporschill SJ
Wie hilft Concordia
Lebensbilder
pix
CONCORDIA AKTIV
Briefe an die Freunde
Was uns zusammenhält
Berichte über Concordia
Publikationen
pix
WIE KANN ICH HELFEN
Spende
Aktionen
GEBETE
KONTAKT
IMPRESSUM
pix
tell a friend:

 

 

 

Ich war allein und niemand suchte mich

Vor 18 Jahren wurde ich in Bukarest geboren, in der Hauptstadt unseres Landes. Was für eine schöne Stadt, welche Menge an wunderbaren Sachen, welche anständigen Menschen! Aber daneben wird sie auch die "Hauptstadt der Drogen, des Diebstahls und der Armut" genannt.

© Concordia

Nur wir von der unteren Gesellschaft wissen, was sie verbirgt. Es gibt Familien, die keine Wohnung, kein Essen haben und ihre Kinder weggeben oder zum Betteln schicken. Dann müssen sie stehlen und anderen Menschen Böses antun, um zu überleben.

Weil sie kein Geld hatten, haben mich meine Eltern in ein staatliches Kinderheim geschickt. Ich war noch nicht sechs Jahre alt, und mein Leben wurde zum Alptraum. Von den großen Buben wurde ich oft und hart geschlagen. Nach der Revolution vom Dezember 1989 kam ich wieder zu meinen Eltern, aber da war es nicht besser. Vater und Mutter kamen jeden Abend betrunken nach Hause, und meine Geschwister und ich hatten nichts zu essen. Damals begann ich zu stehlen und mich nachts auf den Straßen herumzutreiben. Dann verloren wir wegen der Schulden meiner Eltern unsere Wohnung. Nun war ich ein Straßenkind, niemand suchte mich, niemand wollte mich. Ich versuchte zu betteln, oft schimpften mich die Leute "dreckiger Dieb" oder "Zigeuner", dabei hatte ich doch gar nichts getan. Ich hatte Angst vor den anderen "Niemandskindern", sie waren gefährlich. Ich war allein.

Zwei Jahre lang habe ich am Boden Gefundenes und von Fremden Geschenktes gegessen. Ich schlief in einer kaputten Kühltruhe, dort war es wenigstens ein bißchen wärmer als in der freien Luft, und niemand konnte mich sehen. Später schlief ich in einer Apotheke, die auch nachts geöffnet hatte. Dort war eine gute "Tante", die mir zu essen oder etwas Geld gab. Wenn ich die Hände gewaschen hatte, durfte ich ihr bei der Arbeit helfen.

Durch Bekannte dieser Frau schaffte ich es, einen Platz in einem Kinderhaus von CONCORDIA zu finden, und begann wieder in die Schule zu gehen. Nachdem ich die 8. Klasse abgeschlossen hatte, kam ich in die Lehrwerkstätte auf der Farm; ich bin jetzt im letzten Lehrjahr als Bäcker. Hier am Land gibt es weniger Armut und Not, und die Leute sind freundlicher als in der Großstadt. Am Anfang war es nicht leicht, aber ich habe hier viele gute Freunde gefunden. Jetzt ist auch mein Bruder da. Der einzige Nachteil ist, daß die Leute nicht vergessen, daß wir Straßenkinder waren; viele sagen jetzt noch "Aurolaci" (Lackschnüffler) zu uns. Doch mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt.

Noch wohne und lebe ich auf der Farm für Kinder von CONCORDIA, aber nur noch bis zum Sommer. Ich wünsche mir, daß ich später einmal eine eigene Wohnung habe und Psychologie studieren kann.

2. Mai 2001

< zurück
 
  CONCORDIA Sozialprojekte P. Georg Sporschill SJ
A-1020 Wien Hochstettergasse 6 Tel:+43/1/212 81 49 office@concordia.or.at
Concordia-Startseite