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Note Eins in Menschlichkeit © Concordia

Ziellos streift Florin durch die grauen Strassen den rumänischen Hauptstadt Bukarest. Ohne Geld, ohne Zuhause, ohne Hoffnung. Bei schlechtem Wetter drückt sich der Zehnjährige in die Nischen verfallener Häuser oder sucht Schutz unter Brücken. In der Nacht kraxelt er in die Heizungsschächte der Stadt hinab. Der schwarze Staub frisst sich zwar in seine Lungen, aber die Luft da unten hält warm.

Szenenwechsel. Wien, der erste Schultag. Zwei Monate Ferien, von denen es viel zu berichten gibt. Vom Sternenhimmel über griechischen Inseln. Vom pulsierenden Leben in Paris. Vom türkis-blauen Wasser der Karibik.
Jasmin Nierer, 17, und Maria Hahn, 16, haben anderes zu berichten: Die beiden Dominikanerinnen verbrachten ihre Schulferien bei den Straßenkindern in Rumänien. Einen Monat lang. Ohne einen Cent dafür zu bekommen. Den Flug zahlten sie von ihrem Taschengeld.
Einen Monat, der die beiden tief bewegt hat: "Die Zeit dort war ein Geschenk an uns", sagen sie. So bald wie möglich möchten die Wienerinnen wieder zurück nach Rumänien, zurück zu den Kindern, den neuen Freunden.
Zuerst war da der Wunsch zu helfen. Also organisierte die katholische Privatschule der Dominikanerinnen vorigen Winter einen Adventmarkt und sammelte 15.000 Euro für den Verein CONCORDIA, der den Straßenkindern ein Zuhause und eine Zukunft gibt. Doch das reichte Maria und Jasmin nicht: Sie wollten sehen, was durch die Spenden möglich geworden ist. Und sie wollten für die Kinder in den CONCORDIA-Häusern da sein. Mit ihnen spielen, basteln und tanzen, mit ihnen spazieren gehen und die Kleinen füttern. Maria: "Die Kinder sind irrsinnig offen auf uns zugegangen. Sie waren immer fröhlich und haben uns so viel Liebe geschenkt."
Einen Monat "Urlaub" in der "Stadt der Kinder" in Ploiesti. Ein Monat unvergesslicher Erinnerungen. An Säuglinge, die von ihren Eltern im Spital zurückgelassen wurden, weil diese sie nicht ernähren können. An Kinder, die auf der Strasse gefunden wurden, verzweifelt, verletzt, verwahrlost und halb verhungert. An Kinder, deren einzige Erinnerung an ihr Zuhause ein Foto ihrer Eltern war.
Ein Monat voller bedrückender Schicksale. Kleine Buben und Mädchen, die von daheim ausgerissen sind, weil sie geschlagen und vergewaltigt wurden; die bettelten, stahlen und ihre Körper für warme Mahlzeiten verkauften; die Lack und Klebstoff schnüffelten, um die Angst, den Schmerz und die Kälte für kurze Zeit zu vergessen.

Aber auch ein Monat der Hoffnung. Kinder, die in den Häusern eine neue Familie gefunden haben; die jetzt zur Schule gehen und eine Lehre machen.
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich in der Karibik so schöne Momente erfahren hätte", sagt Jasmin. So sammelt sie wieder Spenden, schickt Pakete, schreibt Briefe und plant begeistert ihren nächsten "Urlaub" bei den Straßenkindern Rumäniens.
Begeistert ist auch Direktorin Monika Widmann: "Die Mädchen haben verstanden, dass im Leben Menschlichkeit mehr zählt als Noten."

Spenden: Spiele, Babykleidung, etc. an die AHS-Direktion der Dominikanerinnen, Schlossberggasse 17, 1130 Wien
(Tel.: 01/ 877 36 91/ 17)

CONCORDIA
Hilfe für Straßenkinder

1991 bekam der Jesuitenpater Georg Sporschill von seinem Orden den Auftrag nach Rumänien zu gehen und den dortigen Straßenkindern zu helfen. Sechs Monate waren für den Einsatz geplant.
Aus den sechs Monaten sind mehr als zehn Jahre geworden. Seit damals hat der von ihm gegründete Verein "CONCORDIA - Straßenkinder werden Hoffnungskinder" Hunderten Buben und Mädchen in drei Stufen eine Chance auf ein neues Leben gegeben:
- Streetworkerteams sind auf den Strassen von Bukarest und Ploiesti unterwegs. Sie gehen den Kindern entgegen, die meist verletzt, scheu oder verzweifelt sind.
- In den zwei CONCORDIA-Sozialzentren finden die Straßenkinder dann medizinische Erstversorgung, Waschgelegenheit und Beratung. Hier bekommen sie auch etwas zu essen.
- In der letzten Stufe erhalten die Kleinen ein eigenen Kinderhäusern ein neues Zuhause sowie eine Schul- und Berufbildung.

29. September 2002

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  CONCORDIA Sozialprojekte P. Georg Sporschill SJ
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