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Pater Sporschill
Hilfe für verlassene Kinder

„Dieses Projekt sendet Botschaften aus", gibt sich Sporschill zuversichtlich, „viele Leute in der Umgebung schöpfen Hoffnung daraus, dass wir da sind."

Eines Tages klopfte die Mutter der sechsjährigen Alexandra an die Tür ihrer Nachbarin. Ob sie einige Wochen für das Kind sorgen könne? Sie selbst wolle in die Ukraine gehen und Arbeit suchen. Die Nachbarin nahm das Mädchen bei sich auf. Seither hat sie nichts mehr von Alexandras Mutter gehört.
Alexandra teilt ihr Schicksal mit fünfzigtausend Kindern in der Republik Moldau: Sie alle wurden zurück gelassen, weil ihre Eltern wegen der elenden Wirt schaftslage im Ausland Geld verdienen. Alexandra hatte Glück im Unglück. Sie lebt heute im ersten moldawischen Kinderhaus des Jesuitenpaters Georg Sporschill, der schon in Rumänien Straßenkinder aufgenommen, betreut und ihnen ein Heim geboten hat. „Offiziell gibt es in der Republik Moldau keine Straßenkinder. Die Polizei vertreibt sie oder nimmt sie in Gewahrsam", schildert Valerie Schmidt-Chiari. Ein Jahr lang wird die junge Österreicherin 15 Kinder in Chişinău betreuen. „Eines von diesen Kindern hat zehn Jahre lang in einem Spital für Tuberkulose-Kranke gelebt. Wo ein Bett frei war, hat es geschlafen." Andere hausen auf sich allein gestellt in verlassenen Wohnungen. Die meisten dämmern in den berüchtigten Waisenhäusern vor sich hin.
Ab Jänner gibt es für 130 moldawische Kinder neue Hoffnung. Im Dorf Pirita wird die „Stadt der Kinder" eröffnet. Es ist das jüngste Hilfsprojekt unter Führung von Pater Sporschill. „Dieses Projekt sendet Botschaften aus", gibt sich Sporschill zuversichtlich, „viele Leute in der Umgebung schöpfen Hoffnung daraus, dass wir da sind."
In einer ersten Bauphase wurden bis Mitte Dezember sechs Wohnhäuser und eine Krankenstation fertig gestellt. Möglich wurde dieses „Wunder", so Sporschill, durch die Hilfe des Baugroßunternehmers Hans Peter Haselsteiner. Dieser sorgte nicht nur für die Errichtung der „Stadt der Kinder". Für die Eröff nungsfeier am Dienstag schrieb er sogar ein Märchen über den „Igel Miki".

- Kurier, 19. Dezember 2004

 

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